The Quiraings Passstrasse - Staffin - Kilt Rock - Rubha nam Brathairean - Old Man Storr (upper Viewpoint) - Portree - Loch Leathan
Regen in der Nacht, ich schlafe schlecht, dabei sollte ich so müde sein von den Touren. (Bin ich auch). Übernachtungsplatz gut, Ausblick genial und kein Verkehr über die Passstrasse während der Nacht.
Langsam aber sicher reduzieren wir die Vorräte. Nun geht aber die Milch und das Trinkasser aus, wir müssen also heute haushalten, da es hier im Norden der Insel keine Geschäfte gibt, wo wir Nachschub besorgen können. Wir sind aber nicht im Death Valley und wir haben auch noch genug H2O im Frischwassertank. Wenn der derzeitige Vorrat nicht ausreichen würde, können wir dieses Wasser noch abkochen. Für Heissgetränke nehmen wir auch das, was gut funktioniert. Und alle anderen Lebensmittel sind irgendwie nicht so wichtig.
Am Kiltrock einer vulkanischen Felsformation aus Basalt machen wir einen ersten Halt. Es sind nich ein paar Restwolken da, aber die Sonne mag gut durchkommen und hat richtig Kraft. Schnell entledigen wir uns den Jacken. Ein schöner Wasserfall, der hier über die Klippen stürzt, ergibt ein schönes Bild. Allerdings machen einige Kletterer Filmaufnahmen, und hängen an promineter Stelle in der Felswand.
Weiter geht es zur Rubha nam Brathairean Halbinsel, die wir wandernd erkunden. Klippen, Kieselstrand, Sumpf, Ruinen,... Das letzte Stück muss man nochmal über einen grossen Felsen kraxeln. Ich staune, dass es auf dem äussersten Punkt der Landzunge einige Schafe hat, die offensichtlich auch gut kraxeln können. Da Marco kein Schaf ist, bleibt er zurück. Ich geniessen für einen Moment ganz allein an dieser Landspitze zu sein, die wärmende Sonne auf meinem Rücken und nur das Rauschen der Wellen zu hören (und hie und da das Blöcken der Schafe), schöne Wanderung, aber es gibt mal wieder nasse Füsse, da grosse sumpfige Stellen zu überwinden sind.
Weite Tour an den Lealth Falls. Platz mit interessantem historischen Hintergrund. In Lethalt wurde vor hundert Jahren Diantomit (Kieselgur) abgebaut, was wohl auch für die Dynamit Herstellung verwendet wurde. Einige der Ruinen der Fabrik zur Trockung des Kieselgurs sind nich zu sehen. Der Abbau und der Transport des Materials, die auf Wagen über Schienen im Moor gezogen wurden, erfolge aber von Menschenhand. Es gibt ganz wilde Geschichten, und wohl auch einen Roman, über die Verwicklungen in den grossen Kriegen, mit deutschen U-Booten, etc. Ich muss das nochmal nachlesen...
Die Fälle sind schön, aber auch von einer Aussichtsplattform nur schlecht einsehbar.
Wir lassen uns für alles viel Zeit und ich werde ein wenig nervös, da wir uns für heute noch die grosse Tour zum Old Man Storr vorgenommen haben. Ohne Rast und Photopausen sind hier mindesten 3.5 Stunden veranschlagt und es sind gegen 500 Höhenmeter zu bewältigen. Aber mit leeren Bauch können wir auch nicht losziehen. Also essen wir noch ein paar Brote und ein Rüebli, damit wir die Kraft haben, den steilen Weg zu meistern. Ich würde ja immer gerne ein bisschen zeitiger los, und nicht erst am späten Nachmittag. Eigentlich ist es aber die beste Zeit. Die meisten Touristen sind dann schon wieder weg und es wird ein wenig leerer auf den Wegen. Und die meisten Touristen gehen auch nur bis zur ersten Klippe, wo man den Storr erkennen kann. Wir kämpfen uns aber auf einen kleinen Gipfel über dem Old Man Storr und the Needle hoch, so dass wir einen Blick über die Felsformation und den ganzen Küstenabschnitt werfen können. Die Sonne wird bald hinter der Trotternish Ridge untergehen, schickt aber noch ihr lettes Licht des Tages auf den Felsen und beleuchtet ihn schön. Wir wandern weiter hinter den Felsen herum und können ihn also von allen Seiten sehen, auch wie seine Gestalt sich je nach Blickwinkel ändert. Hier treffen wir auch keine Menschenseele mehr an. Der Weg wird schmaler und schmaler und auch noch steiler. Man muss sehr trittsicher sein. Eine Stelle ist etwas tricky für Marco, wo wir wir eine enge und steile Felspassage über dem Abgrund überwinden müssen. Kein Wunder geht hier niemand.
Der Rest des Weges zieht sich ein bisschen und der Blick auf viel Totholz ist nicht sehr schön. Man hat hier tausende von exotischen Koniferen umgeschlagen um mit einheimischen Laubbäumen wieder aufforsten zu können. Gute Sache, aber im Moment sieht es hässlich aus.
Zurück beim Auto sind wir ziemlich kaputt. Wir brauchen aber noch Wasser und einen Übernachtungsplatz. Also fahren wir zuerst nach Portree, dem ca. 6 Meilen entfernten Städtchen und wollen dort zumindest Wasser einkaufen. Portree ist ein hübsches Städtchen, von Tourismus getrieben zwar, aber die untergehend Sonne und die rosafarbenen Wölkchen verzeihen wohl alles. So schlendern wir kurz durch die Gassen, marschieren standhaft an den vielen Fish&Chips Läden vorbei (wir haben noch Reste), kaufen ein paar Früchte, Milch und Wasser und sind schon wieder weg. (Vielleicht sind wir morgen nochmal da). Nun fahren wir zurück an eines der Übernachtungsplätzchen, das wir schon bei der Herfahrt ausgekundschaftet haben. Das erste wäre gross genug, ist aber unterdessen besetzt, das zweite ist aber umso schöner, direkt am Loch Leathan gelegen. Im Moment sind wir noch allein, aber wenig später gesellt sich dann doch noch ein roter Camper hinzu. Offensichtlich hat es das Paar nicht so gut, ich kann sie die ganze Zeit streiten hören. 🤭 Wie schade, wenn man an einem so tollen Ort ist, und sich streiten muss.
Wir sitzen beide noch gemütlich in unserer kleinen Essecke und sollten langsam in die Kajüte kriechen, wir sind aber beide zu müde und die Knochen tun zu weh, um uns aufzuraffen. So wird es spät, bis wir ins Bett kommen.
Die Felsformation vom kleinen Gipfel aus gesehen.
Kilt Rock und Wasserfall (den Kletterer habe ich wegretuschiert)
Manchmal sehe ich Schönheit in Verwesendem. Kelp Stengel.
Napfschnecken bei Ebbe, jeder an seinem ureigenen Plätzchen
Smile and have a nice day
Rubha nam Brathairean, den letzen Felsen zu überwinden, war ein wenig schwierig
Es ist weitgehend trocken heute.
Es ist schon Herbst hier (handheld)
Könnt ihr die beiden Kletterer rechs vom Old Man Storr erkennen? Es scheint fast so, als würden sie gleich von der UFO Wolke hochgebeamt.